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Kaltband – Stahl für höchste Ansprüche

 

Definition Kaltband:Der Produktionsprozess von Kaltband

Kaltband bzw. kaltgewalztes Band aus Stahl (Englisch: cold rolled steel strip, Französisch: feuillard d'acier laminé à froid) ist ein Flacherzeugnis, das eine Querschnittsverminderung um mindestens 25% durch Kaltwalzen erfahren hat und zu einer Rolle (Coil) aufgewickelt wird.

Beim Kaltwalzen von Band handelt es sich um ein kontinuierliches Umformverfahren, welches mit hohen Geschwindigkeiten bei Temperaturen unterhalb der Rekristallisation durchgeführt wird. Die Volumenänderung erfolgt hauptsächlich in Laufrichtung.

Kaltband wird in der Regel mit geschnittenen Kanten geliefert, ist aber auch mit sogenannten Naturkanten (leicht gewölbt) lieferbar.

Nach Abwickeln von der Rolle und Ablängen kann Kaltband auch als "Kaltband in Stäben" geliefert werden.

Quelle: Begriffsbestimmungen für Stahlerzeugnisse, Deutsche Fassung EN 10 079: 25. Oktober 1992 

 

Wie sich das Produkt Kaltband in seiner Vielfalt darstellt, erfahren Sie durch Anklicken der folgenden Begriffe im rechten Menü:

Auswahl:

 Stahlsorten:
  • unlegierte und niedriglegierte Güten

  • Zieh-, Tiefzieh- und Sondertiefziehgüten

  • kaltgewalzte Qualitäts- und Edelbandstähle, legiert und unlegiert

  • mikrolegierte Feinkornstähle mit besonderen Umformeigenschaften

  • Feinschneidgüten

  • vergütbare und vergütete Stähle

  • oberflächenveredelte Stähle

  • Stähle in Sonderlegierungen für besondere Einsatzzwecke

 


 Oberflächenausführungen:
  • blanke Oberfläche

  • riss- und porenfreie Oberflächen

  • Hochglanzoberflächen

  • aufgerauhte Oberflächen mit verschiedenen Rauheitsgraden

  • dessinierte Oberflächen

  • oberflächenveredeltes Kaltband durch elektrolytische Beschichtungen (z. B. Cu, Cr, Ni, Sn, Zn)

  • oberflächenveredeltes Kaltband durch Plattierungen (z. B. Al, Cu, Ms, Ni)

  • Beschichtungen mit Kunststoffen und Lacken in allen Farbtönen

  • gebläute Oberflächen

 


 Kantenausführungen:
  • geschnittene Kanten

  • Naturwalzkanten

  • angewalzte Kanten verschiedenster Geometrie

  • mechanisch bearbeitete Kanten unterschiedlichster Ausführung

 


 Physikalische Eigenschaften:
  • schlussgeglüht

  • leicht nachgewalzt

  • definierte Festigkeitsspannen

  • definierte Härtebereiche

  • definierte Streckgrenzenverhältnisse

  • definierte Verformungseigenschaften

  • vergütbar ("härtbar")

  • vergütet ("gehärtet")

  • zipfelarm

  • zipfelfrei

 


 Abmessungen: 
  • Dicken: 0,05 - 14,00 mm (gemäß DIN EN 10140)

  • Breiten: 2,00 - 650,00 mm (gemäß DIN EN 10140)

  • Ringgrößen: 0,25 - 20,00 kg/mm Bandbreite

  • Stablängen: 500 - 6.000 mm

  • Toleranzen: gemäß DIN EN 10140

 


Service: 

Schon in der Vielfalt von spezialisierten Kaltband-Erzeugnissen kommt zum Ausdruck, dass die Kaltwalzindustrie individuelle Kundenwünsche stets mit hochwertigen Produktlösungen beantwortet.

Darüber hinaus sind die Kaltbandhersteller verlässliche Partner bei der Entwicklung der Kundenprodukte. Immer wieder werden dem Kunden neue und innovative Anwendungsmöglichkeiten von Kaltband angeboten.

Auch in Bereichen wie Logistik, elektronische Kommunikation und Qualitätsmanagement (z. B. Zertifizierung nach QS 9000 und VDA 6.1) werden partnerschaftlich Lösungen mit dem Kunden gesucht.

Alles in allem bieten die heutigen Kaltbandhersteller dem Kunden nicht nur hochwertiges Kaltband, sondern auch ein komplettes Servicepaket rund um das Produkt.

Der Markt

Die Einsatzgebiete von Kaltband sind vielfältig:

Insbesondere für Unternehmen der Automobil-/Automobilzulieferindustrie, Metallverarbeitung, Elektro- und Informationstechnik, Haushalts- und Freizeitgeräte- sowie der Möbel- und Bauindustrie ist kaltgewalzter Bandstahl wichtiges Ausgangsprodukt für vielfältigste Verarbeitungsmöglichkeiten und so findet man Kaltband und kaltgewalzten Bandstahl in unserem Alltag überall:

Als Werkzeuge wie Gartenscheren, Spachtel und Sägeblätter, als Bau- und Möbelbeschläge, -scharniere und -schienen, als Kanten für Skier und Snowboards oder Kufen an Rodelschlitten, an Sitzgurten und als Sitzschienen im Inneren des Automobils, als Getriebelamellen, Kugellager usw. in der Antriebstechnik und sogar in der Rückholautomatik von Hundeleinen, als Zipper von Reißverschlüssen oder in Münzen u.v.m..

 

 

Über die Hälfte des Versandvolumens fragen allein die Automobil- und Automobilzulieferindustrie nach, gefolgt von der allgemeinen Metallverarbeitung mit einem Viertel des an die Mitgliedswerke adressierten Gesamtbedarfs an Kaltband und kaltgewalztem Bandstahl.

Um den meist sehr hohen und vielfältigen technologischen Anforderungen der Anwendungsbereiche zu entsprechen, wird kaltgewalzter Stahl in einer Vielzahl von Güten und teils bereits wärmebehandelt geliefert. Über die Hälfte des Kaltband-/Bandstahlbedarfes wird durch insgesamt gut verformbare Stähle, u.a. spezielle Tiefzieh- und Sondertiefziehgüten, mit einem Kohlenstoffgehalt von weniger als 0,25 % gedeckt. Dieses Kontingent beinhaltet jedoch auch Bandstahl aus Einsatz- und niedrig gekohlten Baustählen sowie das nahezu entkohlte sog. Elektroband mit seinen hervorragenden magnetischen Eigenschaften - wie z.B. geringe Hysterese- und Wirbelstromverluste - für dadurch effizienzoptimierte hochdrehende Elektromotoren der Automobilindustrie.


Auf nicht gehärtete (unvergütete) Qualitätsstähle mit Kohlenstoffanteilen > 0,25 % entfällt etwa ein Viertel des Versandvolumens. Ähnlich wie bei den Einsatzstählen können auch bei diesen Stahlgüten durch Härten weitere spezifische Eigenschaften der Oberfläche bzw. des Werkstücks erzeugt werden, beispielsweise eine hohe Festigkeit für Anwendungen unter starker Beanspruchung - von Schuhkappen für Sicherheitsschuhe bis hin zu Steuerketten im Automotive-Bereich. 

Ganz besonders hohe Reinheitsgrade und Legierungsgenauigkeiten werden für 15 % des Absatzvolumens gefordert. Hier kommen u. a. kaltgewalzte Edelstähle für die Metallverarbeitung und Automobilindustrie zum Einsatz. Die dort gefragten Bauteile sind für die spätere Verwendung besonders korrosions- und chemikalienbeständig und verfügen über besonders genau eingestellte Eigenschaften.

 

Der Betrachtungszeitraum von 1982-2016 zeigt insgesamt für die Mitgliedswerke der Fachvereinigung eine kontinuierlich positive Entwicklung der Versandzahlen. Nach der Stahlkrise in 2009, die einen deutlichen Rückgang der Nachfrage mit sich brachte, erholte sich das Liefervolumen in 2010 auf dem Niveau des Jahres 2005. Die Gesamtentwicklung wird nicht ausschließlich von Inlandsgeschäften getragen, sondern stützt sich auf ebenfalls steigende Exporte in das europäische und außereuropäische Ausland. Diese stellen etwa ein Drittel des Gesamtversandvolumens dar.